Was bedeutet die Spende für Urlauber und Einwohner?

Für Urlauber und Einwohner ändert sich nichts. Es gibt keine neuen Preise, Regeln oder Fristen, und das Gerät steht nicht auf Teneriffa, sondern in Las Palmas auf Gran Canaria.

Beantragen kann das Gerät niemand, denn es ist keine Leistung für die Allgemeinheit. Welche Patienten es nutzen, entscheidet laut Gobierno de Canarias (Regierung der Kanaren) eine klinische Untersuchung.

Die Einheit gehört zum öffentlichen Gesundheitsdienst Servicio Canario de la Salud. Ob Patienten von Teneriffa dorthin überwiesen werden, ist nicht bestätigt, und Regeln für EU-Besucher wurden nicht geprüft.

Wer hat die Maschine bezahlt, und warum?

Die Hafenarbeiter von Las Palmas haben das Geld aus eigener Tasche aufgebracht. Es lief über die Fundación Belén María, die kürzlich den Premio Puertos erhielt.

Den Anstoss gab Maximiliano Díaz, Präsident des Kollektivs der Hafenarbeiter. Verletzte Kollegen hatten ihm erzählt, Nesa habe ihnen in privaten Physiotherapiezentren geholfen, der öffentliche Gesundheitsdienst bezahle die Behandlung aber nicht.

Díaz brachte das Thema in die Versammlung der Hafenarbeiter. Dort beschloss man laut seinem Bericht einstimmig, Geld von den Gehältern abzuzweigen.

Solche Aktionen kennt das Kollektiv schon. Für die Betroffenen des Vulkans auf La Palma gaben die kanarischen Hafenarbeiter 2021 nach Angaben von RTVC (kanarischer Rundfunk) 30.000 Euro. Jeder Arbeiter zahlt dafür monatlich einen Prozentsatz seines Lohns in eine gemeinsame Kasse.

Wie funktioniert die Nesa Xsignal?

Die Nesa schickt über Elektroden an verschiedenen Körperstellen sehr schwache elektrische Mikroströme in den Körper. Laut Gobierno de Canarias wirkt sie auf das vegetative Nervensystem, das Ruhe, Stressreaktion, Schmerz, Durchblutung und Erholung steuert.

Die Behörde nennt die Methode bequem und nicht invasiv. Sie soll die Reha der Patienten stützen und ersetzt bestehende Therapien nicht.

Belege für die Wirkung liegen der Recherche nicht vor. Aussagen zum Nutzen stammen von Betroffenen und vom Spital, eine Studie wurde nicht ausgewertet.

Wer sind die Männer hinter der Spende?

José Martín, 48, war Hafenarbeiter und Spitzenringer. 2017 rutschte er nach einem Wettkampf in einer Villa auf Fuerteventura an einem Pool aus, brach sich den Hals und kam per Helikopter nach Gran Canaria.

Drei Monate lang konnte er sich nicht bewegen, im vierten regte sich ein Arm. Heute geht er mit Krücken und sagt: «Ir a comprar el pan solo me pone feliz», sinngemäss: allein Brot kaufen gehen macht ihn glücklich.

Samuel Gelbert, 51, bekam 2022 die Diagnose eines Rückenmarkstumors. Nach der Notoperation im Januar 2023 erwachte er vollständig gelähmt, und nach etwa neun Monaten im Spital nutzte er als einer der Ersten den Exoskelett-Roboter.

Gelbert kritisiert die Behörden. Das Hospital habe eine Leihgabe der Nesa abgelehnt, weil es die Verbrauchsmaterialien hätte zahlen müssen.

Gilberto Vieira, 69, verletzte sich am 11. Juli 2011 bei der Arbeit im Hafen. Ein Palett brach bei einem Kranmanöver, zwölf Kisten à 24 Kilo trafen seinen Rücken, und heute geht er mit Krücken.

Wie arbeitet die Einheit für Rückenmarksverletzte?

Die Unidad de Lesionados Medulares nahm im Jahr 2000 den Betrieb auf.

Stürze sind nach RTVC die häufigste Ursache. Betroffen sind meist junge Menschen nach Sport- oder Verkehrsunfällen.

Die Einheit arbeitet schon mit Exoskeletten, Virtual-Reality-Brillen und Biotechnologie. Sektionsleiter José Luis Méndez sagte RTVC, früher seien vier Fachleute für ein paar Schritte nötig gewesen, heute genüge ein Physiotherapeut.

Den Exoskelett-Roboter Atlante X nahm die Einheit im November 2023 in Betrieb. Damals gab es laut RTVC erst drei solcher Geräte in öffentlichen Spitälern Spaniens, und eine Sitzung dauert etwa 45 Minuten.

Welche Termine und offenen Fragen gibt es noch?

Im Juli 2026 erhielt die Einheit die Auszeichnung «Excelencia en Humanización». Dazu gewann sie einen Premio Solidario der ONCE-Gruppe Kanaren in der Kategorie öffentliche Verwaltung.

Die Preisverleihung findet am 26. November 2026 im Teatro Guiniguada in Las Palmas statt. Es ist der einzige Termin, den die Recherche nennt.

Offen bleiben Installationsdatum, Zahl der Geräte und der Zeitpunkt der ersten Behandlung.