Einer von 16 – und der einzige auf den Kanaren

Die INE-Tabellen führen 107 Urlaubsorte. Für Villaviciosa in Asturien ist der Augustwert 2026 aus Geheimhaltungsgründen gesperrt, vergleichbar sind also 106. In 16 davon lag der Zimmerpreis unter dem des Vorjahresmonats. Die stärksten Rückgänge meldet Andalusien: Arcos de la Frontera minus 19,6 Prozent, Ronda minus 13,1. Auch Madrid gehört mit minus 6,6 Prozent dazu, Mogán folgt mit minus 4,3 – kein anderer kanarischer Ort ist dabei. Nach Zimmerpreis steht Mogán auf Platz 51 von 106.

Was zu Mogán gehört – und was nicht

Ein punto turístico ist beim INE eine ganze Gemeinde. Zu Mogán zählen Arguineguín und Patalavaca, Tauro, Taurito und Playa del Cura, vor allem aber Puerto Rico mit der Playa de Amadores und das gebaute Fischerdorf Puerto de Mogán. Nicht dazu gehören Maspalomas, Playa del Inglés, San Agustín und Meloneras: Sie liegen in San Bartolomé de Tirajana, das das INE getrennt ausweist – und das zulegte, auf 169,90 Euro ADR (plus 2,7 Prozent) und 150,48 Euro RevPAR. Zwei Nachbarn, 20 Autominuten auseinander, gegenläufig: „Der Süden von Gran Canaria“ ist kein einheitlicher Markt.

Die zehn kanarischen Urlaubsorte im Vergleich

Zehn der 107 Urlaubsorte liegen auf den Kanaren, neun wurden teurer. Alle Werte: INE, Tabelle 46298, August 2026, vorläufig.

UrlaubsortInselADR August 2026zum Vorjahr
YaizaLanzarote203,25 €+8,0 %
AdejeTeneriffa192,75 €+9,8 %
San Bartolomé de TirajanaGran Canaria169,90 €+2,7 %
TíasLanzarote169,23 €+7,0 %
PájaraFuerteventura158,29 €+8,3 %
TeguiseLanzarote157,29 €+5,3 %
AronaTeneriffa135,95 €+8,6 %
MogánGran Canaria124,68 €−4,3 %
Puerto de la CruzTeneriffa110,86 €+19,5 %
Santa Cruz de TenerifeTeneriffa96,79 €+4,9 %

Mehr Betten, gleich viele Gäste

Der Grund ist nicht ausbleibende Nachfrage: Der Flughafen Gran Canaria meldet für August 1.334.497 Passagiere, 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Gewachsen ist aber auch das Angebot – 71.129 Schlafplätze in 173 geöffneten Betrieben, ein Jahr zuvor 69.821 in 166. Die Bettenauslastung fiel dennoch von 84,27 auf 83,78 Prozent, am Wochenende von 85,63 auf 83,58. In der INE-Zone „Süden von Gran Canaria“, die mit 63.570 Plätzen den größten Teil des Inselangebots stellt, kamen 2,3 Prozent mehr Plätze hinzu, die Auslastung gab von 87,48 auf 86,04 Prozent nach. Mehr Betten bei gleicher Nachfrage heißt: weniger Preismacht. Eine eigene Angebotszahl für Mogán veröffentlicht das INE nicht.

Gran Canaria gegen die anderen Inseln

Unter den vier großen Ferieninseln ist Gran Canaria die einzige, auf der ein verfügbares Zimmer im August weniger einbrachte als ein Jahr zuvor: 132,95 statt 133,44 Euro. Teneriffa kam auf 137,22 Euro (plus 8,4 Prozent), Lanzarote auf 155,35 (plus 4,5), Fuerteventura auf 130,58 (plus 9,9). Vollständig ist das Bild nicht: Auf La Gomera fiel der RevPAR um 8,9 Prozent auf 75,16 Euro; auf La Palma gab der Zimmerpreis um 0,4 Prozent nach, der RevPAR stieg dank besserer Auslastung um 6,9. Für die Kanaren insgesamt nennt das INE 158,40 Euro ADR – Rang fünf der 19 Regionen dieser Ebene, Ceuta und Melilla eingeschlossen – und 135,86 Euro RevPAR, Rang vier hinter Balearen, Baskenland und Andalusien.

Was das für Urlauber und Beschäftigte heißt

Für Reisende ist der Südwesten von Gran Canaria der einzige Teil der Kanaren, in dem das Hotelzimmer im August im Schnitt weniger gekostet hat als im Vorjahr. Für die Menschen, die davon leben, ist dieselbe Zahl eine schlechte Nachricht: Pro verfügbarem Zimmer kamen gut sechs Euro weniger herein. Eine Stellungnahme zu den Mogán-Zahlen ist bis zum 23. September nicht veröffentlicht – weder von der Hotelvereinigung FEHT noch vom Cabildo de Gran Canaria oder vom Rathaus Mogán. Allgemein warnte FEHT-Präsident José María Mañaricúa schon im Juli gegenüber Tourinews: „Si subimos los ingresos, pero los costes suben más, somos menos rentables.“ Das war keine Reaktion auf diese Daten. Und Mogáns eigene Touristenabgabe von 15 Cent pro Person und Nacht ist für ein Minus von 5,65 Euro pro Zimmer viel zu klein.