Was bedeutet der Preis von 2.850 Euro für Käufer?
Wer auf den Kanaren kauft, zahlt im dritten Quartal 2026 im Schnitt 2.850 Euro pro Quadratmeter. Das meldet das Colegio de Registradores in seiner Statistik Estadística Registral Inmobiliaria für Juli bis September, nicht das Statistikamt INE.
Die Verkäufe gingen um 6,6 Prozent zurück. Ob die Zahl das zweite Quartal 2026 oder das dritte Quartal 2025 zum Vergleich nimmt, ist unklar, auch die absolute Zahl der Abschlüsse fehlt.
Weniger Verkäufe bei gleichem Preis passen zu weniger Käufern, nicht zu billigeren Wohnungen. Das ist eine Deutung, die Statistik sagt es nicht.
Für einzelne Inseln, Provinzen oder Ferienorte im Süden gibt es im dritten Quartal keine Zahlen. Wer kaufen will, fragt deshalb Makler nach dem Quadratmeterpreis im konkreten Ort, denn zu Mieten sagt die Statistik nichts.
Wie schneidet die Region im Vergleich zu Spanien ab?
Spanienweit sanken die Verkäufe im dritten Quartal um 2,3 Prozent auf 164.148 Abschlüsse, so das Colegio de Registradores. Gegenüber dem dritten Quartal 2025 beträgt das Minus 5,9 Prozent.
Neubauten kamen auf 34.611 Verkäufe, 0,9 Prozent weniger. Bei gebrauchten Wohnungen waren es 129.537 Verkäufe, ein Minus von 2,6 Prozent.
Die Preise steigen dagegen weiter: Der Index legte landesweit um 5,2 Prozent zum Vorquartal und um 15,8 Prozent zum Vorjahr zu. Im Schnitt kostet der Quadratmeter in Spanien 2.512 Euro, ein historischer Höchstwert.
Bei den Preisen landen die Kanaren auf Rang fünf. Teurer sind Madrid mit 4.565 Euro, Baleares mit 4.502 Euro, País Vasco mit 3.693 Euro und Cataluña mit 2.989 Euro.
Warum nennen andere Statistiken ganz andere Quadratmeterpreise?
Das Wohnungsministerium (Ministerio de Vivienda) kommt für das zweite Quartal 2026 auf nur 2.279 Euro pro Quadratmeter, 14,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In Santa Cruz de Tenerife lag der Wert bei 2.296 Euro, in Las Palmas bei 2.263 Euro.
Der Grund liegt in der Messmethode: Das Ministerium nutzt Schätzwerte aus Gutachten, die Registradores zählen eingetragene Verkaufspreise. Beide Reihen sollten Sie deshalb nicht mischen.
Steigende Preise meldet aber auch das Ministerium, nämlich 1,7 Prozent zum Vorquartal nach 3,8 Prozent im ersten Quartal. Es ist das 15. Quartal in Folge mit einem Anstieg.
Der Notariatsrat (Consejo General del Notariado) zählte für Mai 2026 auf den Kanaren 1.959 Wohnungsverkäufe, 9,5 Prozent weniger als im Mai 2025. Es war der achte Monatsrückgang in Folge seit Oktober 2025.
Der Preis lag laut Notariat bei 2.516 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 13,7 Prozent. Spanienweit waren es im Mai 2.049 Euro, ein Plus von 8,8 Prozent.
Der Anstieg auf den Kanaren war der viertgrösste. Mehr legten nur Baleares mit 16,3, Castilla-La Mancha mit 15,4 und Andalucía mit 14,4 Prozent zu.
Wie viele Ausländer kaufen, und was plant die Regierung?
Mehr als jede sechste Wohnung in Spanien kauft ein Ausländer: 16,05 Prozent im dritten Quartal, ein Rekord mit mehr als 26.300 Geschäften, so das Colegio de Registradores. EU-Bürger machen 54,7 Prozent dieser Käufe aus.
Die grössten Gruppen sind Briten mit 7,5, Marokkaner mit 6,4 und Niederländer mit 5,8 Prozent. Deutsche führt die Auswertung nicht einzeln auf, und einen Anteil nur für die Kanaren nennt sie nicht.
Der Notariatsrat meldet für die zweite Hälfte 2025 auf den Kanaren 10,8 Prozent weniger Käufe durch Ausländer, in Spanien waren es 4,4 Prozent weniger. Ausländische Residenten stellten 62,8 Prozent dieser Käufe, Nichtresidenten 37,2 Prozent, bei ihnen lag das Minus bei 15,1 Prozent.
Die kanarische Regierung schickte im Oktober 2026 den Entwurf eines Königlichen Dekretgesetzes nach Madrid. Käufer müssten demnach zehn Jahre im Einwohnerregister (padrón) der Inseln stehen, bei Unterbrechungen 15 Jahre.
Jede Person dürfte höchstens zwei Immobilien in verschiedenen Gemeinden besitzen, Erbschaften blieben ausgenommen. Ob der spanische Ministerrat den Entwurf beschlossen hat, ist nicht bestätigt, ebenso wenig eine Reaktion aus Brüssel.
Was ist noch offen, und was kommt als Nächstes?
Offen ist vieles: die absolute Zahl der Verkäufe auf den Kanaren, die Vergleichsperiode der 6,6 Prozent und die Verteilung auf Inseln und Provinzen. Ebenso unklar ist, ob die 2.850 Euro gegenüber dem zweiten Quartal unverändert sind.
Neue Regeln, Fristen oder Zuschüsse zu dieser Veröffentlichung fand die Recherche nicht. Zu Steuern und Notargebühren beim Kauf liegen keine geprüften Angaben vor.
Das Statistikamt INE meldete für Juni 2026 ein Plus von 2,6 Prozent bei den Verkäufen auf den Kanaren zum Vorjahr, Rang 13 unter den Regionen. Das ist eine andere Reihe als die der Registradores und nicht direkt vergleichbar.
Die nächsten INE-Monatszahlen mit Daten für August 2026 werden nach bisherigen Angaben Ende Oktober oder im November erwartet, ein Termin ist nicht bestätigt. Wann das Colegio de Registradores den nächsten Quartalsbericht vorlegt, ist nicht bekannt.