Was kosten kanarische Bananen jetzt im Supermarkt?

Der Handel verlangt für kanarische Bananen im Schnitt 2,88 Euro pro Kilo, den höchsten Wert des Jahres 2026. Das geht aus der Auswertung der Wochendaten des spanischen Landwirtschaftsministeriums MAPA hervor.

Die Zahl gilt für Verkaufsstellen auf der spanischen Halbinsel und den Balearen, fast die einzigen Abnehmer der Ware. Für Supermärkte auf den Inseln, auch im Urlaubsgebiet im Süden, nennt der Bericht keinen Preis.

Ob und wann der Kilopreis an den Kassen der Inseln nachzieht, ist nicht belegt. Wer regelmässig Bananen kauft, vergleicht deshalb am besten die Preisschilder in den kommenden Wochen.

Bananen aus Übersee sind auf dem Festland im Schnitt bis zu 1,50 Euro pro Kilo billiger. Der Bericht nennt diesen Abstand als üblich; er gilt dort aber nicht automatisch für die Inseln.

Für Oktober 2025 liegt ein Vergleichswert vor: 2,55 Euro pro Kilo im Einzelhandel. Er stammt aus einer anderen Messreihe, ein genauer Preissprung lässt sich daraus nicht errechnen.

Was bekommen die Bauern für ihre Bananen?

Die Erzeuger erhielten in Woche 43, vom 19. bis 25. Oktober 2026, im Schnitt 1,17 Euro pro Kilo, so das MAPA. Das ist der beste Wert des Jahres und gilt für Ware erster Qualität, grün und im Grosshandel, die für die Halbinsel bestimmt ist.

Im Tief der Woche 37, vom 7. bis 13. September, zahlte der Markt nur 0,32 Euro pro Kilo. Das war der niedrigste Wert des Jahres und tiefer als alles in 2025; die Bauern verkauften über mehr als zwei Monate mit Verlust.

Die Anbaukosten liegen laut dem Bericht bei 0,80 bis 0,90 Euro pro Kilo, eine Überprüfung steht aus. Daraus ergibt sich ein Mindestgewinn von 0,27 Euro pro Kilo allein aus dem Markt.

Dazu kommt die EU-Beihilfe Posei, derzeit 0,32 Euro pro Kilo. Zusammen bleiben nach der Rechnung des Berichts rund 60 Cent pro Kilo vor Steuern, aber nur für Bauern, die im Herbst Früchte ernten können.

Warum schwankt der Bananenpreis so stark?

Im Sommer 2026 sah es umgekehrt aus: In Woche 30, vom 20. bis 27. Juli, bekamen die Erzeuger nur 0,36 Euro pro Kilo, wie MAPA-Daten zeigen. Das lag unter dem schlechtesten Wert von 2025, der bei 0,40 Euro pro Kilo gelegen hatte.

Die Angaben zu den Produktionskosten gehen auseinander: 0,70 bis 0,80 Euro pro Kilo im Sommerbericht, 0,80 bis 0,90 Euro im Novemberbericht. Eine Klärung durch den Erzeugerverband ASPROCAN liegt nicht vor.

Das Angebot war 2025 knapp: Die vermarktete Menge sank laut Marktbericht von ASPROCAN auf rund 374,6 Millionen Kilo, etwa 12 Prozent weniger. Das ist der tiefste Stand seit mindestens 2015.

Im Frühjahr 2025 überschritt der Preis in manchen Supermärkten schon drei Euro pro Kilo. Als Ursache werden Wind und wetterbedingte Ausfälle genannt.

Wer stützt die Erzeuger und wohin geht die Ernte?

Die EU stützt die Bananenbauern über das Programm Posei für Randregionen. Für die Kanaren sind 268,5 Millionen Euro vorgesehen, davon 141,1 Millionen Euro speziell für Bananen.

Für 2025 bis 2027 liegt die Direktbeihilfe bei rund 0,32 Euro pro Kilo, mit einer Obergrenze von 0,3359 Euro, falls das ganze Budget ausgeschöpft wird. Bauern, die unter freiem Himmel anbauen, erhalten zusätzlich 1.200 Euro pro Hektar und Jahr, für bis zu 7.600 Hektar.

Von der Ernte 2025 gingen nach den Marktzahlen 87 Prozent oder 329,1 Millionen Kilo auf die Halbinsel. Die Kanaren selbst nahmen 40,3 Millionen Kilo ab, ins Ausland gingen 5,2 Millionen Kilo, davon 3,6 Millionen nach Marokko.

Das übrige Europa erhielt 1,6 Millionen Kilo, davon die Schweiz 1,1 Millionen. Für Deutschland und Österreich nennt der Bericht keine Zahl.

Wie geht es mit dem Bananenpreis weiter?

In Woche 44, vom 26. Oktober bis 1. November, schickte die Branche 6,7 Millionen Kilo auf die Halbinsel. Für die erste Novemberwoche erwartet der Bericht 6,4 Millionen Kilo.

Der Vermarkter Bonaoro der Erzeugergruppe Unión Platanera Canaria sieht den Markt «weiterhin in einem guten Moment», nun aber in einer Phase der Stabilität. Der Bericht selbst ordnet ein, das gute Geschäft gelte nur für Bauern mit Ernte und nur vorerst.

Am 9. Oktober 2026 traf der kanarische Landwirtschaftsconsejero (Minister) Narvay Quintero die sechs Erzeugerorganisationen. Ziel ist eine bessere Erntplanung, um nach der Mitteilung Preisspannungen zu verringern.

ASPROCAN fordert, die Posei-Quoten anzupassen, sie seien seit 2006 nicht aktualisiert worden. Einen Entscheidungstermin oder eine Preisprognose für den Winter nannten die Quellen nicht.