Was die Techniker schreiben

Laut Canarias Ahora prüfte der Consejo Insular de Aguas drei Wege: den Riss punktuell zu reparieren, einen 240 Meter langen Bypass zu legen oder das Rohr innen auszukleiden. Alle drei seien „inviables“. Die „strukturelle“ Lösung sei ein neues Projekt mit anderem Verlauf. Bis dahin bleibe die beschädigte Leitung in Betrieb, und die Kläranlage solle zusätzliche Ultrafiltrations- und Flotationseinheiten bekommen, damit weniger Schwebstoffe im Wasser bleiben und mehr davon in die Landwirtschaft gehen kann. Der Cabildo will das Thema im Plenum am Freitag, 25. September, oder in der Sitzung danach vorstellen.

Wie die Leitung funktioniert und warum sie leckt

Ein Emissär (emisario submarino) ist ein Rohr am Meeresgrund. Er leitet das Wasser aus der Kläranlage weit hinaus, damit es sich verdünnt, bevor es die Küste erreicht. Die Leitung von Punta Brava reicht nach Canarias Ahora 1,1 Kilometer ins Meer und entlastet die Kläranlage des Tals. Seit 2020 sind Lecks und Risse bekannt. Laut Cabildo sitzt der Riss in einem Abschnitt aus glasfaserverstärktem Polyester, der durch Polyethylen ersetzt werden sollte.

Die Sickerbrunnen sollten das Rohr überbrücken: Das geklärte Wasser sollte im Untergrund versickern statt ins Meer zu fließen. Gebaut wurden ein Entlastungsbrunnen und drei Bohrungen von 95 Metern Tiefe, fast 70 Meter unter dem Meeresspiegel. Laut Bericht nahm Brunnen P-3 zu wenig Wasser auf, und die Mikrofiltration hielt die Schwebstoffe nicht zurück. Der Brunnen verstopfte teilweise und wurde am 30. Juli geschlossen.

Wie es ums Baden steht

Von Juli 2024 bis Juni 2025 war vom Baden abgeraten; Náyade vermerkt für Proben aus dieser Zeit ein vorübergehendes Badeverbot. Überschreitungen am Messpunkt Playa Grande gab es dort schon 2023. Laut Diario de Avisos öffnete der Strand am 17. Juni 2025 wieder. Am 22. Juni 2026 folgte ein neuer Befund; die PSOE kritisiert, er sei in Náyade als Verbot vermerkt, der Strand aber nicht gesperrt worden. Die Gemeinde spricht von einer einzelnen Probe, am Folgetag sei der Wert gut gewesen. Im August war die Bucht von Punta Brava zwei Tage gesperrt, im September Playa Grande und Charcón einen Tag.

Náyade führt in Puerto de la Cruz nur drei Badezonen. Playa Martiánez und Playa San Telmo waren seit 2023 bei jeder Probe „apta“. Lago Martiánez ist ein Meerwasserbad und keine Náyade-Zone; Berichte über Einschränkungen dort fanden wir nicht.

Was eine neue Leitung kostet

Kosten und Zeitplan sind nicht veröffentlicht. Die jetzt verworfene Reparatur hatte der Consejo Insular de Aguas im Juni 2025 für 2,7 Millionen Euro und 16 Monate Bauzeit an Ferrovial vergeben. Cabildo-Präsidentin Rosa Dávila sprach damals von mehr als 30 Millionen Euro für das Tal, 25 Millionen davon für eine neue Kläranlage. Bürgermeister Leopoldo Afonso sagte laut Diario de Avisos im Radio, die Arbeiten kämen nicht vor Mai 2027.

Wer zuständig ist und wer was sagt

Kläranlage und Emissär gehören zum Consejo Insular de Aguas des Cabildo, Proben und Badeverbote zu Salud Pública der Kanarenregierung. Die Gemeinde setzt Sperrungen um. Stadtrat David Hernández nannte die Playa Jardín im August „la playa más vigilada de Canarias“. Cabildo-Vizepräsident Lope Afonso betonte, die Augustsperre habe „apenas 47 horas“ gedauert. Laut Diario de Avisos vom 22. September forderte die Gemeinde vom Consejo Insular de Aguas Auskunft, weil sich der Ausbau der Kläranlage nicht an die Umweltauflagen halte.

Die PSOE warf Dávila im Juli vor, die als dringend angekündigte Reparatur nicht begonnen zu haben, sagte aber, sie behaupte nicht, dass der Emissär die direkte Ursache sei. Die Bürgerplattform Stop Vertidos al Mar klagt, ihre einzige Antwort sei „el silencio“.