Was ändert sich für Urlauber mit Reise aufs Festland?

Ouigo hat seinen Fahrgästen mitgeteilt, dass die Züge am Freitag, 6. November, und am Montag, 9. November, normal fahren. Dasselbe gilt für den 4. und 8. Dezember, die beiden Termine rund um die Dezember-Brückentage.

Auf den Kanaren selbst ändert sich nichts, denn Ouigo fährt nur auf dem spanischen Festland. Betroffen sind Reisende, die nach dem Flug von Teneriffa mit dem Zug weiterwollen, etwa nach Madrid, Barcelona, Valencia oder Málaga.

Wer ein Ouigo-Ticket für diese Tage gebucht hat, muss nach heutigem Stand nichts umbuchen. Ein Blick in die App oder auf die Website vor der Abreise lohnt trotzdem, denn Ouigo mailt seinen Fahrgästen und veröffentlicht Listen gestrichener Züge.

Warum wollte Semaf bei Ouigo streiken?

Sechs Streiktage hatte Semaf, die spanische Gewerkschaft der Lokführer, bei Ouigo angesetzt, zwischen dem 30. Oktober und dem 8. Dezember. Es waren 24-Stunden-Streiks und Teilstreiks, bewusst auf die Brückentage gelegt.

Die Gewerkschaft warf dem Unternehmen vor, Arbeitnehmerrechte wiederholt zu verletzen. Laut den Berichten ging es um Arbeitszeiten, Schichtplanung, Pausen und die Bezahlung von Überstunden.

Ouigo erklärte am 17. Oktober, den 2024 unterzeichneten Betriebstarifvertrag einzuhalten, und zeigte sich zu weiteren Gesprächen bereit. Fast alle Beschäftigten haben nach Angaben des Unternehmens unbefristete Verträge, die Fluktuation liege bei 7,5 Prozent.

Semaf hielt dagegen: Ouigo weiche Gesprächen systematisch aus, ein Streik sei «siempre el último paso», also stets der letzte Schritt. Das Treffen am 13. Oktober bei der Schlichtungsstelle IRMA brachte nach Darstellung der Gewerkschaft keine Annäherung.

Was hatte der Streik bereits ausgelöst?

Alle geplanten Züge strich Ouigo am Freitag, 30. Oktober, und am Montag, 2. November. Nach den Berichten zur Absage waren fast 20.000 Reisende und 40 Züge betroffen.

Am 31. Oktober und am 1. November fuhr Ouigo dagegen. Passagiere gestrichener Züge konnten ihr Geld zurückverlangen oder kostenlos auf einen anderen Zug umbuchen.

Über Mindestdienste entscheidet das Verkehrsministerium unter Minister Óscar Puente. Semaf hatte beantragt, keine festzulegen, weil Renfe und Iryo ohnehin mehr als 80 Prozent des Angebots abdeckten.

Wie die Mindestdienste für den 30. Oktober und 2. November am Ende aussahen, geben die Berichte nicht einheitlich wieder. Ouigo stellte an beiden Tagen den gesamten Betrieb ein.

Was steckt in der Einigung?

Semaf und Ouigo haben sich nach den zwei Tagen ohne Zugverkehr geeinigt, so erklärte es die Gewerkschaft. Die Einigung umfasst das gesamte Forderungspaket bei Lohn und Arbeitsbedingungen.

Was genau vereinbart wurde, ist offen, denn Inhalte, Zahlen und Laufzeiten hat bisher niemand veröffentlicht. Auch ob es Lohnerhöhungen, neue Schichtregeln oder Zusagen zu Überstunden gibt, ist nicht bekannt.

Im Juni 2025 sagte Semaf einen fünftägigen Streik bei Ouigo ab, nachdem beide Seiten sich auf die Einhaltung des Tarifvertrags verständigt hatten. Streiks lassen sich also bis kurz vor dem Termin beenden.

Was bleibt offen und worauf sollten Reisende achten?

Die Absage gilt ausdrücklich für Ouigo und für die vier genannten Termine. Weitere Streiktermine bei Ouigo sind nach den bisherigen Berichten nicht bekannt.

Frühere Berichte nannten Semaf-Streiktage am 10. und 12. November. Ob sie Ouigo oder den Betreiber Renfe betreffen, ist nicht geklärt, wobei bei Renfe schon am 29. Oktober ein getrennter Semaf-Streik stattfand.

Wer mit Renfe oder Iryo reist, sollte die Lage beim jeweiligen Betreiber prüfen. Für Ouigo gilt: Die Fahrpläne vom 6. und 9. November sowie vom 4. und 8. Dezember bleiben nach Angaben des Unternehmens unverändert.