Was bedeutet der Renfe-Streik für Urlauber auf Teneriffa?
Auf den Kanaren fand die Recherche keinen Renfe-Zugverkehr, die einzige Bahn Teneriffas ist die Strassenbahn Metrotenerife. Sie gehört zur Verkehrsgesellschaft des Cabildo (Inselregierung) und hat mit dem Streik bei Renfe nichts zu tun.
Betroffen sind Reisende, die am 10. oder 12. November einen Renfe-Zug auf dem Festland gebucht haben. Sie prüfen die Zugnummer in der Renfe-App oder auf der Renfe-Website.
Streicht Renfe einen Zug, bietet das Unternehmen kostenlose Umbuchung oder volle Erstattung an. Es rät ausserdem, nicht dringende Fahrten zu verschieben, und informiert Betroffene per SMS oder E-Mail.
Als Alternativen kommen Alsa-Fernbusse oder ein Mietwagen in Frage. Ob und wie viele Züge am 10. und 12. November ausfallen, steht bisher nicht fest.
Wie geht es mit den Verhandlungen weiter?
Das erste Treffen zwischen Semaf und dem Transportministerium am Donnerstag, 5. November, endete laut Gewerkschaft «ohne Fortschritte». Das Ministerium will die Lokführer am Freitag, 6. November, erneut empfangen, vor dem ersten Streiktag.
Am Tisch sitzt Carlos Cuerpo, der neben dem Wirtschaftsressort seit Mittwoch auch das Verkehrsministerium führt. Sein Vorgänger Óscar Puente war am Dienstag zurückgetreten.
Der Streikkalender bleibt vorerst unverändert: 24 Stunden am 10. November, drei Zeitfenster am 12. November.
Dazu kommt laut Hosteltur ein weiterer Aufruf von Semaf für den 17. November, der Lokführer von acht Bahnbetreibern betrifft, darunter Renfe, Iryo und Ouigo.
Semaf verlangt vom Ministerium konkrete und überprüfbare Massnahmen, bevor sie die Streiks aufhebt. Einen Fahrplan dafür hat das Ministerium bis Donnerstag nicht veröffentlicht.
Warum streiken die Lokführer?
Semaf (Sindicato Español de Maquinistas Ferroviarios, spanische Lokführergewerkschaft) beruft sich auf eine Vereinbarung vom 9. Februar 2026 mit Transportministerium, Renfe und Adif. Damals wurden Streiks für den 10. und 11. Februar abgesagt und Arbeitsgruppen zu Sicherheitsregeln und Notfallprotokollen eingesetzt.
Semaf wirft den Behörden vor, die zugesagten Arbeiten seien nicht vorangekommen. Die Kommission, die sie überwachen soll, habe nicht getagt, sagt Generalsekretär Diego Martín.
Die Gewerkschaft nennt ihre Forderungen: verbindliche Protokolle bei schlechtem Wetter, bessere Notfallkommunikation und mehr Lokführer. Dazu kommen Hilfe für bei Kollisionen verletzte Beschäftigte und zuverlässigeres Material.
Renfe weist das zurück: Die Forderungen lägen ausserhalb des eigenen Zuständigkeitsbereichs, alle Pflichten aus der Februar-Vereinbarung seien erfüllt. Der Tarifvertrag vom Juli habe die Themen nicht abgedeckt.
Der Konflikt verschärfte sich nach dem Zugunglück bei Urda (Toledo) am 28. Oktober. Nach bisherigen Angaben starben 69 Menschen, andere Zählungen nennen 68; es war der zweite Unfall dieser Grössenordnung auf der Strecke Madrid–Andalusien in neun Monaten.
Welche Züge fahren trotz Streik, und was gilt am 11. November?
Für den 10. und 12. November hat das Verkehrsministerium bis Donnerstag keine Mindestdienste veröffentlicht, soweit die Recherche das fand. Es legt diese Mindestzahl an Zügen fest, die trotz Streik fahren müssen.
Als Anhaltspunkt dienen die Vorgaben für den Streik vom 29. Oktober: 73 Prozent bei AVE und Avlo (Hochgeschwindigkeit), 65 Prozent im Mittelstreckenverkehr. Bei den Vorortzügen Cercanías galten 75 Prozent in der Spitzenzeit und sonst 50 Prozent.
Am 11. November, zwischen den beiden Renfe-Streiktagen, rufen CCOO und UGT zu einem 24-stündigen Generalstreik auf. Es ist laut Berichten der erste Generalstreik seit 2012, den beide Gewerkschaften gemeinsam tragen.
Die Gewerkschaften bitten ausdrücklich um breite Beteiligung auf den Kanaren. Welche Dienste dort betroffen sind und welche Mindestdienste gelten, ist nicht veröffentlicht.
Was ist noch offen, und was kommt als Nächstes?
Offen ist, was das Transportministerium Semaf am 5. November anbot und was am 6. November auf den Tisch kommt. Auch die Zahl der gestrichenen Züge steht nicht fest.
Semaf hat früher schon Streiks abgesagt, etwa im März 2024 nach einer Einigung. Ob das diesmal gelingt, hängt von den Gesprächen ab, die am Freitag weitergehen.
Auf Teneriffa bleibt der Zug vorerst ein Plan. Ein Protokoll vom 4. September 2025 verpflichtet Staat, Kanarenregierung und Cabildo, den «Tren del Sur» voranzutreiben; erster Abschnitt wäre San Isidro–Adeje mit rund 30 Kilometern und 800 Millionen Euro.
Die nächsten Termine stehen fest: 10. November Renfe-Streik, 11. November Generalstreik, 12. November Teilstreiks, 17. November Aufruf an acht Betreiber (laut Hosteltur). Wer im Süden Teneriffas eine Rückreise über das Festland plant, schaut kurz vorher noch einmal in die Renfe-App.