Was ändert sich für Urlauber im Süden von Teneriffa?
Für Teneriffa ändert sich nach den vorliegenden Angaben nichts: Neue Regeln, Gebühren oder Fristen nennt keine Quelle. Auch Schliessungen kanarischer Flughäfen wurden bisher nicht gemeldet.
Spürbar sind die Folgen nur, wenn eine Drohung das eigene Flugzeug trifft. Dann berichten die Quellen von Verspätungen, von Passagieren, die aussteigen müssen, und von erneuten Kontrollen.
Im Juni 2026 verliessen Passagiere in Teneriffa Sur die Kabine mit ihrem Handgepäck, während Sicherheitskräfte Maschine und Aufgabegepäck prüften.
Was ist seit Beginn der Woche in Europa passiert?
Bereits am Montag musste ein Flug von London nach Sofia nach Budapest ausweichen. Am Dienstag, 3. November, erhielten sieben weitere Flüge ähnliche Warnungen. Einer davon, aus Manchester, landete in Murcia.
Falsche Bombendrohungen trafen am Donnerstag, 5. November 2026, den dritten Tag in Folge seit Dienstag Flüge und Flughäfen, je nach Zählung mehr als 15 bis etwa 20. Die Angaben der Medien weichen voneinander ab.
Betroffen sind Spanien, Frankreich, Italien, Belgien, Bulgarien, Tschechien, Österreich, Polen, Dänemark und Griechenland. Ein Flug von Dublin nach Rom wich nach Frankreich aus, eine Maschine von Tel Aviv nach Wien landete notfallmässig in Bulgarien.
In Spanien betrafen die Drohungen nach Aena-Angaben drei Flüge, darunter Air Europa Madrid–Paris. Die Nachricht erreichte Madrid-Barajas am Morgen, Aena bildete mit den Sicherheitskräften ein Krisengremium, und nach der Prüfung wurden die Drohungen ausgeschlossen.
Die beiden Iberia-Maschinen landeten gegen 10.00 Uhr normal. Der Air-Europa-Flug war noch nicht gestartet, die Passagiere mussten aussteigen, danach lief der Betrieb weiter.
Welche Zwischenfälle gab es schon auf den Kanaren?
Am 25. September 2026 sagte ein Passagier auf dem Jet2-Flug LS1536 von Teneriffa Sur nach London Stansted, er habe eine Bombe im Gepäck. Die Guardia Civil räumte die Boeing 737-800, planmässiger Abflug 11.20 Uhr, vorsorglich und prüfte das gesamte Gepäck.
Einen Sprengsatz fand niemand, die Maschine hob je nach Bericht zwischen 13.46 und 14.00 Uhr ab. Eine Festnahme wurde nicht gemeldet, der Passagier blieb ungenannt.
Am Samstag, 27. Juni 2026, sorgte ein Fehlalarm dafür, dass Eurowings Discover 4Y307 nach Frankfurt erst um 19.30 Uhr statt um 16.55 Uhr abhob. Die Flugsicherung schickte die schon rollende Maschine zum Stellplatz zurück, Passagiere stiegen mit Handgepäck aus, und Sicherheitskräfte prüften Flugzeug und Aufgabegepäck.
Am 26. Oktober 2026 löste eine falsche Drohung gegen einen Vueling-Flug aus Barcelona am Flughafen Gran Canaria in der Bucht von Gando ein besonderes Sicherheitsdispositiv aus. Die Maschine landete ohne Zwischenfall, wer hinter der Warnung steckt, ist nicht bekannt.
Für einen Zusammenhang mit den späteren Vorfällen gibt es bisher keine Belege. Ähnlich lief es am 21. Juni 2025 in Lanzarote: Ein TUI-Flug aus Cardiff landete um 10.55 Uhr sicher, die Entschärfer von TEDAX fanden nichts.
Wer steckt hinter den Drohungen?
Nick Careen, IATA-Vizepräsident für Betrieb und Sicherheit, nannte die Drohungen auf X «Versuche, den Luftverkehr zu stören».
Täter oder formale Anschuldigungen gibt es bisher nicht.
Luis Vicente Pérez Gil, Rechtsprofessor an der Universität La Laguna und Analyst des Instituto Español de Estudios Estratégicos, hält eine hybride Offensive für möglich und verweist auf Moskau. Belege für eine Täterschaft liegen nicht vor, die Theorie stammt von einem einzelnen Analysten.
Mitte Oktober nahm die Policía Nacional (Nationalpolizei) in Málaga und Murcia zwei junge Männer wegen Bombendrohungen gegen zwei spanische Flughäfen fest. Die Ermittlungen unter dem Namen «Aviación» laufen seit September 2026, die Flughäfen nannte die Quelle nicht.
Die Festgenommenen sollen fremde DNI-Daten (Ausweisdaten) für einen Internet-Telefondienst genutzt, Rufnummern gefälscht und Stimmen per KI verändert haben. Ermittelt wird wegen Drohungen, Erpressung und Störung der öffentlichen Ordnung, mit der Novemberwelle fanden die Recherchen keine Verbindung.
Was droht Menschen, die falsche Drohungen aussprechen?
Artikel 561 des Código Penal (Strafgesetzbuch) bestraft falsche Gefahrenmeldungen, die Polizei oder Rettungsdienste mobilisieren, mit drei Monaten bis einem Jahr Haft oder einer Geldstrafe. Das ist die berichtete Rechtslage, ein Abgleich mit dem BOE (spanisches Staatsamtsblatt) fehlt.
Nach Einschätzung von Juristen braucht eine Verurteilung Vorsatz, ein echter Scherz fiele also nicht darunter. Wo der Luftverkehr gestört wird, sollen laut einer ungeprüften Angabe bis zu sechs Jahre Haft möglich sein.
Evakuierungen ordnen Guardia Civil, Flugsicherung und Aena nach einem gemeinsamen Protokoll an, vor Gericht entscheiden die Richter.
Was ist noch offen, und was kommt als Nächstes?
Offen ist, ob ein kanarischer Flug oder Flughafen in der Novemberwelle gemeint war, ein Beleg dafür fehlt. Ebenso unbekannt sind die Herkunft der Drohungen, mögliche Zusammenhänge und die genaue Zahl der Flüge.
Was die EU oder Europol als Nächstes tun, ist nicht bekannt, Termine fanden die Recherchen nicht. Eine offizielle Stellungnahme von Europol, Eurocontrol oder der EU-Kommission liegt ebenfalls nicht vor.
Konsolidierte Statistiken zu solchen Drohungen fanden die Recherchen ebenfalls nicht.