Was am 26. September zum ersten Mal stattfindet
Die Neuerung des Jahres steht am ersten Tag: die erste Feria Regional de Folclore auf der Plaza Municipal. Gedruckt sind 10.00 Uhr Handwerksmarkt, anschließend eine Meisterklasse im traditionellen Tanz mit Ayla Rodríguez Hernández aus Fuerteventura; 12.00 Uhr Traca und Fahnenhissung mit der A.F. Abenechara; 14.00 Uhr Verseadores; 16.30 Uhr kanarische Traditionsspiele; 18.30 Uhr der Silbo-Workshop. Um 20.30 Uhr gehen im Auditorium die XII. Premios Manzana de Oro an die Elternvereinigung „Juntos por Ell@s“, um 21.00 Uhr folgt der Baile de Taifas.
Silbo, Verseadores, Baile de Taifas — was das ist
Verseadores sind Stegreifdichter: Sie singen improvisierte Zehnzeiler, die décima, im Wechsel über ein festes Begleitmuster. Ein Baile de Taifas ist kein Tanz, sondern ein Format — die Stiftung Cultura Tradicional de Gran Canaria nennt ihn „eine traditionelle, von den Umständen bestimmte Art, ein musikalisches Treffen abzuhalten“: Die Möbel kommen an die Wand, die Paare tanzen schichtweise.
Beim Silbo lohnt Genauigkeit. Die UNESCO nahm 2009 den Silbo Gomero in die Liste des immateriellen Kulturerbes auf: gepfiffenes Spanisch, in dem zwei Pfiffe die fünf Vokale und vier weitere die Konsonanten ersetzen. Sie hält fest, dass die Pfeifsprache auf den übrigen Inseln verschwunden ist und auf La Gomera seit 1999 in der Schule unterrichtet wird. Der „Taller de Silbo Canario“ vermittelt sie also — er ist keine örtliche Tradition.
Die Romería am 3. Oktober — das Rathaus selbst nennt den 4.
Eine romería ist eine Wallfahrt als Dorffest: Die Ortsteile ziehen in Tracht zur Kirche und legen der Patronin die Erzeugnisse ihrer Felder zu Füßen, begleitet von carretas — hölzernen Wagen, auf denen musiziert und ausgeschenkt wird. Laut Rathaus geht der Brauch auf 1974 zurück, als junge Leute aus Zumacal mit Broten und Äpfeln vor die Virgen traten.
Das Heft setzt die Romería auf Samstag, 3. Oktober, 18.30 Uhr, danach 23.30 Uhr Verbena mit der Orquesta Furia Joven und um Mitternacht Feuerwerk. Hier widerspricht sich das Rathaus: Seine Mitteilung vom 18. September nennt den 4. Oktober, dazu Künstler, die im Heft nicht vorkommen. Ziviler und kirchlicher Teil des Heftes nennen beide den 3. Oktober; am 4. Oktober steht dort um 12.00 Uhr das Hochamt mit Prozession.
Warum ausgerechnet Äpfel: 1858, 800 Tonnen, sieben Keltereien
Der Name täuscht: „Valleseco“ heißt trockenes Tal. Der Pfarrer von San Vicente Ferrer schreibt im Grußwort des Heftes, der Ort leuchte „nach den reichlichen Winterregen“ grün. Die Apfelsorte kam laut der Tourismusseite der Gemeinde um 1858 hierher, als der Bürgermeister Brachland mit Obstbäumen bepflanzen ließ; durchgesetzt hat sich die Reineta del Canadá.
Daraus wird Sidra, kanarischer Apfelwein. Canarias7 berichtete am 26. November 2023, Valleseco erzeuge rund 800 Tonnen Äpfel und 46.000 Liter Sidra im Jahr; nur etwa fünf Prozent der Ernte gingen in die Kelterei. Das Rathaus zählt am 18. September sieben Lagares, fünf davon reisen vom 24. bis 27. September zum Salón Internacional de las Sidras de Gala nach Asturien. Fiesta de Interés Turístico Regional heißt das Fest laut Gemeinde seit 2011.
Was gedruckt steht — und was nirgends steht
Im Heft stehen zum Publikum genau drei Geldangaben: 3 Euro für die Fabada asturiana am 4. Oktober zugunsten der Elternvereinigung „Juntos por Ell@s“; ein Kartenlink auf tureservaonline.es für „Entre Versos y Arena“ am 9. Oktober; und valledryfest.es für das Valledry Fest am 17. Oktober. Bei allem Übrigen — dem Konzert von Los Salvapantallas, dem Kinderfest, dem Apfel- und Sidra-Stand — steht weder ein Preis noch ein Gratis-Vermerk.
Zum Parken macht das Rathaus nur eine Angabe, für den 27. September: vier ausgeschilderte Flächen am Área Recreativa de La Laguna für rund 1.200 Fahrzeuge. Straßensperrungen für die Romería waren bis zum 19. September nicht bekanntgegeben, Sonderbusse auch nicht. Auch das Titelblatt passt nicht: Dort steht „Del 26 de Sep. al 17 de Oct.“, der erste Programmpunkt liegt aber am 25. September, der letzte am 18. Oktober.