Was ist mit dem Air-Baltic-Flug passiert?

Ein Air-Baltic-Flug mit Touristen an Bord konnte nicht in Gran Canaria landen und flog nach Fuerteventura. Als Grund nennt der Bericht starken Wind am Flughafen Gando, die Umleitung meldete laut dem Bericht der Flugverkehrs-Tracker Radar Canaria.

Das Flugzeug soll die Nacht auf Fuerteventura verbringen. Die Passagiere müssen laut Bericht umgebucht werden.

Flugnummer, Abflugort, Uhrzeit und Passagierzahl nennt der Bericht nicht. Auch eine Mitteilung von Aena (spanischer Flughafenbetreiber) oder von AEMET (staatlicher Wetterdienst) fehlt darin.

Eine unabhängige Bestätigung der Umleitung fand sich bis Sonntag, 8. November, nicht. Der Fall gilt deshalb als unbestätigt, auch wenn der Wind zur Wetterlage passt.

Was sollten Reisende jetzt tun?

Ein umgeleitetes Flugzeug landet am Ausweichflughafen und nicht am gebuchten Ziel. Wer in den Sturmtagen nach Gran Canaria fliegt, prüft den Flugstatus bei der Airline oder bei Aena, bevor er zum Flughafen fährt.

Fuerteventura dient regelmässig als Ausweichflughafen für Gran Canaria und Lanzarote. Wer einen Transfer oder eine Abholung gebucht hat, informiert den Anbieter bei Verspätung früh.

Binter flog mit seinen ATR-Maschinen zwischen den Inseln laut Bericht normal. Ob das bei stärkerem Wind so bleibt, ist offen; Zusagen dazu liegen nicht vor.

Wer umgeleitet wird, hebt Bordkarte und Belege auf und bittet die Airline um eine schriftliche Begründung. Eine amtliche Empfehlung von Aena oder der Kanarenregierung dazu fand sich nicht.

Wie stürmisch bleibt es auf den Inseln?

Die Notfalldirektion der Kanarenregierung aktivierte den Plan PEFMA und rief ab 12.00 Uhr am 7. November Windalarm für La Palma, El Hierro, La Gomera, Teneriffa und Gran Canaria aus. Fuerteventura, Lanzarote und La Graciosa blieben in der Prealerta (Vorwarnstufe).

Für den Sonntag erwartete die Regierung Böen von mehr als 90 km/h. Küstenalarm galt ab 18.00 Uhr und Regenalarm ab 21.00 Uhr für die westlichen Inseln und Gran Canaria, die östlichen Inseln blieben in der Prealerta.

AEMET sieht in einer Sonderwarnung die erste Phase von später Samstagnacht, 7. November, bis in den Sonntag, 8. November. Für Teneriffa sind etwa 120 Liter Regen pro Quadratmeter vorhergesagt, für La Palma 150 bis 180.

Am Montag, 9. November, und grossen Teilen des Dienstags, 10. November, soll es besser werden. Die zweite Phase beginnt am Dienstagnachmittag und dauert bis Mittwoch, 11. November.

In dieser Phase fallen laut AEMET 80 bis 120 Liter pro Quadratmeter auf La Palma und Teneriffa, 40 bis 80 auf La Gomera und Gran Canaria. Der Wind erreicht 70 bis 90 km/h, örtlich 100 bis 120 km/h, ab Donnerstag, 12. November, erwartet AEMET weniger Instabilität.

Bruna führt AEMET als Borrasca (Sturmtief), das der portugiesische Wetterdienst IPMA am 5. November 2026 benannt hat. Ein Startdatum nennt die AEMET-Seite nicht.

Wie oft weicht Gran Canaria nach Fuerteventura aus?

Am 25. Juli 2025 schickte Aena sechs internationale Flüge mit Ziel Gran Canaria nach Fuerteventura. Sie kamen aus Frankreich (2), Deutschland (3, einer aus Hamburg) und Marrakesch (1); Grund war laut Aena-Quellen Windscherung im Anflug.

Am 9. April 2026 traf es Fuerteventura selbst, Wind oder schlechte Sicht verhinderten Landungen. Zwei Flüge kehrten zum Abflughafen zurück, drei aus Sevilla, Madrid und Warschau wichen nach Teneriffa Süd aus.

Aena zählte 2025 auf Fuerteventura 6.886.935 Passagiere, 6,8 Prozent mehr als 2024. Das war laut Aena der stärkste Zuwachs aller kanarischen Flughäfen; Gran Canaria kam auf 15.826.553 Passagiere, ein Plus von 4 Prozent.

Eine amtliche Statistik zur Häufigkeit von Umleitungen in Gran Canaria fand sich nicht. Wie viele Maschinen am 7. November umgeleitet wurden, ist ebenfalls nicht bekannt.

Welche Rechte haben Passagiere bei einer Umleitung?

Für Linienflüge gilt die EU-Fluggastrechteverordnung 261/2004. Nach Artikel 9 muss die Airline selbst bei höherer Gewalt Essen, bei Bedarf ein Hotel und den Transfer zwischen Flughafen und Hotel bezahlen.

Eine Entschädigung kann die Airline nach Artikel 5.3 verweigern, wenn sie aussergewöhnliche Umstände nachweist. Erwägungsgrund 14 nennt Wetter, das mit dem Flug unvereinbar ist, als Beispiel.

Ein Anwalt argumentierte 2021, Wetter befreie die Airline nicht automatisch. Sie müsse zeigen, dass die Lage genau diesen Flug betraf.

Welche Bedingungen Air Baltic seinen Passagieren auf Fuerteventura anbietet, wurde nicht veröffentlicht. Zu Hotel, Umbuchung oder Entschädigung in diesem Fall fehlen Angaben.

Was ist noch offen?

Flugnummer, Abflugort, Uhrzeit und Passagierzahl der Maschine sind unbekannt. Offen ist auch, ob weitere Flüge umgeleitet wurden und ob das Flugzeug Fuerteventura schon wieder verlassen hat.

Die Wetterdaten können sich mit neuen Meldungen von AEMET verschieben. Die Quelle trennt zudem nicht, welche Zahlen vom Wetterdienst und welche von der Regionalregierung stammen.

Die nächste Sturmphase beginnt am Dienstagnachmittag, 10. November. Umleitungen sind an solchen Tagen weiter möglich, bis AEMET ab dem 12. November weniger Instabilität erwartet.