Mehr Übernachtungen, kaum mehr Gäste
Die zusätzlichen Übernachtungen stammen nur zu einem kleinen Teil von zusätzlichen Gästen. Das INE zählte im August 21.624 Hotelgäste nach 20.569, ein Plus von 5,13 Prozent. Rechnet man beides gegeneinander, blieb jeder Gast im Schnitt 5,59 Nächte statt 4,84 — rund 15 Prozent länger. Die Insel hat also nicht vor allem mehr Menschen angezogen, sondern Gäste, die länger bleiben: das Muster eines Fernmarkts.
Die Madrid-Strecke erklärt den August nicht
Wir hatten im April über die Verdopplung der Strecke Madrid–La Palma durch Iberia Express auf zehn wöchentliche Frequenzen berichtet. Das ist eine Inlandsverbindung — und ausgerechnet das Inlandsgeschäft schrumpfte: 14.465 Hotelgäste aus Spanien nach 16.248, minus 11,0 Prozent. Getragen wurde der Monat von Auslandsgästen, 7.159 statt 4.321. Ihr Anteil an den Übernachtungen stieg von 31,5 auf 45,8 Prozent, der höchste Wert seit 2019. Dazu passt die Planung des Cabildo de La Palma vom 9. April: für den Sommer 67.459 internationale Flugplätze statt 46.676 (plus 44,5 Prozent), im Inlandsverkehr nur 56.100 statt 52.458 (plus 6,9 Prozent). Inseltourismusrätin Raquel Rebollo nannte dafür den Markteintritt von Jet2 aus Manchester, Condor aus München, eine neue Anbindung an Breslau und mehr Charter aus Düsseldorf.
Was die Flugzahlen tragen — und was nicht
Die Luftkapazität erklärt die Richtung, nicht die Größenordnung: Der Flughafen wuchs um 7,2 Prozent, die Hotelübernachtungen um 21,44 Prozent. Die Flugbewegungen stiegen nur um 2,6 Prozent — es flogen vor allem vollere oder größere Maschinen. Von Januar bis August zählte Aena 1.073.454 Passagiere (plus 5,2 Prozent). Der Cabildo bezifferte das Sommerplus an Flugplätzen auf 28,34 Prozent; aus seinen eigenen Zahlen (99.134 auf 123.559) errechnen sich 24,6 Prozent — und es ist eine Planung, keine gezählte Auslastung.
Die billigste Insel — und der Preis fiel sogar
La Palma ist die einzige kanarische Zone mit sinkendem Zimmerpreis: 87,27 Euro nach 87,64 Euro. Lanzarote verlangte 180,51 Euro, Teneriffa 162,53 Euro, Gran Canaria 151,13 Euro, Fuerteventura 149,95 Euro, La Gomera 126,67 Euro — ein Zimmer auf La Palma kostete weniger als die Hälfte eines Zimmers auf Lanzarote. Für die Häuser ging die Rechnung trotzdem auf: Der Erlös je verfügbarem Zimmer stieg um 6,9 Prozent auf 71,86 Euro, und die Betriebe meldeten 902 Beschäftigte statt 818. Zu Gran Canaria und Mogán haben wir eine eigene Auswertung.
Fünf Jahre nach Tajogaite: die Kurve stimmt, die Insel ist nicht repariert
Der fünfte Jahrestag war am Samstag, 19. September 2026; die Eruption dauerte 85 Tage, vom 19. September bis 13. Dezember 2021. Wie tief der Einbruch war, zeigt die INE-Reihe: Im Oktober 2021, dem ersten vollen Ausbruchsmonat, zählte La Palma 34.168 Übernachtungen nach 78.383 im Oktober 2019 — minus 56 Prozent. Im Jahr 2021 waren es 399.982 nach 1.047.806 im Jahr 2019, danach 703.263 (2022), 677.395 (2023), 758.300 (2024), 911.588 (2025). Von Januar bis August 2026 sind es 701.824 — nur 0,5 Prozent unter den 705.196 desselben Zeitraums 2019. Bei dieser Kennzahl ist La Palma wieder auf Vorkrisenniveau. Repariert ist die Insel nicht: In Puerto Naos tritt weiter Kohlendioxid aus dem Boden, und von rund 340 Millionen Euro mobilisierter Hilfe war zum Jahrestag über 250 Millionen nicht ausgezahlt.