Was gilt auf Lanzarote und La Graciosa?
Die Regierung der Kanaren hat für Lanzarote, La Graciosa und Fuerteventura die Vorwarnung (prealerta) ausgerufen. Vollen Alarm gibt es dort nicht, anders als auf fünf anderen Inseln.
Die Dirección General de Emergencias (Notfalldienst der Kanarenregierung) erwartet auf den drei Inseln intensive Regenfälle von 20 Millimetern pro Stunde und mehr. Den anhaltenden Regen der gebirgigen Inseln erwartet sie dort nicht.
Der Regen beginnt in der Nacht zum Sonntag auf La Palma. Im Lauf des Sonntags, 8. November, zieht er nach Osten und erreicht laut Mitteilung alle Inseln des Archipels.
Die Mitteilung nennt weder ein Zeitfenster für Lanzarote noch eine Warnstufe des staatlichen Wetterdienstes AEMET für die Insel. Wer vor Ort ist, sollte die Warnungen des Wetterdienstes selbst verfolgen.
Was ändert sich für Urlauber?
Für Lanzarote nennt die Mitteilung vom 6. November keine Sperrungen, keinen Schulausfall und keine Verkehrseinschränkung. Urlauber können also wie bisher planen, sollten aber auf kräftige Schauer eingestellt sein.
Das kann sich ändern, denn die Erklärung gilt bis zu einer neuen Mitteilung. Der Notfalldienst beobachtet die Lage und passt die Bedingungen bei Bedarf an.
Fähren nach La Graciosa erwähnt die Mitteilung mit keinem Wort. Eine Meldung der Betreiber Líneas Romero und Biosfera Express für den 7. bis 9. November war nicht zu finden, ebenso keine Seegangswarnung.
Am 15. Februar 2026 strichen beide Betreiber alle Abfahrten nach La Graciosa wegen hohen Seegangs. Das lag am Meer und nicht allein am Regen, deshalb fragt beim Anbieter nach, wer einen Ausflug gebucht hat.
Wo gilt der volle Alarm?
Der Alarm (alerta) gilt für El Hierro, La Palma, La Gomera, Teneriffa und Gran Canaria ab 21.00 Uhr am Samstag, 7. November. Die Regierung stützt sich auf Angaben des Wetterdienstes AEMET und auf den kanarischen Notfallplan für widrige Wetterlagen, kurz PEFMA.
Auf La Palma sollen in einer Stunde 30 Millimeter und mehr fallen, in 12 Stunden 100 Millimeter und mehr. Die Mitteilung nennt den Regen dort besonders intensiv und anhaltend.
Auf El Hierro, La Gomera, Teneriffa und Gran Canaria rechnet der Notfalldienst mit etwa 25 Millimetern pro Stunde. Der Regen soll dort so anhaltend sein wie auf La Palma.
Konkrete Störungen nennt die Mitteilung für keine der fünf Alarm-Inseln. Wer zwischen den Inseln reist, fragt bei Airline oder Reederei nach, denn zu Flügen und Strassen sagt der Text nichts.
Wie liefen frühere Vorwarnungen ab?
Am 9. Oktober 2026 galt schon einmal eine Vorwarnung für Lanzarote, La Graciosa und Fuerteventura. Damals lag die Prognose bei 15 Millimetern in einer Stunde, diesmal sind es 20 Millimeter und mehr.
Am 1. und 2. November galten Regenalarme für die westlichen Inseln. Ein Bericht erwartete damals keine nennenswerte Ausdehnung auf Lanzarote und Fuerteventura.
Im März 2024 aktivierte der Präsident des Cabildo (Inselregierung), Oswaldo Betancort, per Dekret den Inselnotfallplan PEIN. Am Freitag, 22. März 2024, ruhten zwischen 9.00 und 21.00 Uhr auf Lanzarote und La Graciosa Sport-, Bildungs- und Kulturaktivitäten im Freien.
Beim Sturm Claudia im November 2025 fiel der Präsenzunterricht aus, die Gemeinden Lanzarotes setzten Aktivitäten im Freien aus. Beides folgte auf die Alarmerklärungen, für Bruna sind solche Schritte auf Lanzarote bisher nicht bekannt.
Wer entscheidet, und was kommt als Nächstes?
Die Erklärung 71/2026 stammt von der Dirección General de Emergencias. Sie gilt, bis der Notfalldienst etwas anderes mitteilt, ein Enddatum nannte er nicht.
Der Notfalldienst kann die Stufen jederzeit anpassen. Auf Lanzarote setzte der Cabildo in der Vergangenheit eigene Massnahmen nach Empfehlungen des Notfalldienstes in Kraft.
Die Mitteilung ruft die Bevölkerung auf, die Selbstschutz-Tipps des Notfalldienstes zu befolgen. Bei der Vorwarnung im März 2024 empfahlen die Behörden, Dächer zu prüfen, Vorräte bereitzuhalten und offizielle Kanäle zu verfolgen.
Praktisch heisst das: AEMET-Warnungen für Lanzarote und Meldungen von Cabildo und Ayuntamiento (Gemeindeverwaltung) im Blick behalten. Einen Termin für eine Neubewertung nannte der Notfalldienst bis Sonntag nicht.