Drei Ebenen, drei Zahlen
Das INE gliedert seit der Basis 2025 in 13 Gruppen, 45 Untergruppen und 196 Unterklassen und führt daneben 55 rúbricas. Die 19,3 Prozent stehen in der Untergruppe „Utilización de vehículos personales“ (Tabelle 76137): Kraftstoff, Wartung, Ersatzteile, Maut, Parken — der Betrieb des Autos, nicht sein Kauf. Die rúbrica „Transporte personal“ (Tabelle 76138) zählt den Kauf mit und kommt nur auf +13,0 Prozent. Auf Gruppenebene bleiben +8,2 Prozent, weniger als die spanischen 9,5.
Bei der Fahrzeugnutzung liegen die Kanaren an vierter Stelle von 19 Gebietseinheiten, hinter Ceuta (22,7), Melilla (20,4) und Madrid (19,6); bei der rúbrica auf Platz drei, gleichauf mit Galicien. Neunzehn, nicht siebzehn: Ceuta und Melilla stehen in diesen Tabellen. Die INE-Pressemitteilung nennt die Kanaren die Gemeinschaft mit der niedrigsten Inflation (3,8 Prozent) — sie vergleicht nur 17.
Woher der Rückgang kommt: die Flugpreise
Unterklassen veröffentlicht das INE nur für ganz Spanien. Dort ist der Befund eindeutig: Inlandsflüge −16,4 Prozent zum Vorjahresmonat, Auslandsflüge −15,3, Schiff −4,7, Bahn −9,3 — während Bus und Reisebus um 2,6 Prozent teurer wurden. Es sind die Flüge. Und die Kanaren hängen stärker daran: Die rúbrica „Transporte público interurbano“ wiegt im kanarischen Warenkorb 2026 26,345 von 1.000 Gewichtseinheiten, im spanischen nur 13,259.
Dazu ein Basiseffekt. Die kanarische rúbrica stand im August 2025 bei 113,067 Punkten, im August 2026 bei 98,336. Der August 2025 war selbst ein Ausreißer nach oben (+10,3 Prozent). Und im August 2026 fiel der Index gegenüber Juli um 2,4 Prozent — in einem Monat, der sonst steigt.
Was es nicht war — und was offen bleibt
Nicht die Gratis-Guagua. Der Ministerrat verlängerte die Finanzierung am 23. Dezember 2025 unverändert für ganz 2026 — für „guaguas urbanas e interurbanas y el tranvía“, Teil eines Pakets von 1,371 Milliarden Euro. Sie galt im August 2025 genauso; eine unveränderte Maßnahme erzeugt keine Jahresveränderung. Der kanarische Index für den Stadtverkehr bestätigt das: +0,3 Prozent gegen +2,4 in Spanien. Auch nicht die Nachfrage: Aena zählte nur 0,8 Prozent mehr Passagiere.
Warum die Airlines ihre Tarife senkten, steht in keiner Veröffentlichung, die wir prüfen konnten. Mehr Sitzplätze sind ein plausibler Kandidat, aber Aena weist Passagiere und Flugbewegungen aus, keine Sitzplätze je Strecke.
Offen ist auch, ob der Residentenrabatt von 75 Prozent überhaupt im Index steckt. Das Ministerio de Transportes y Movilidad Sostenible beschreibt ihn als Nachlass „sobre precio de la tarifa“, nach allen Aktionspreisen der Airline und ohne Flughafenentgelte — ein niedrigerer Grundtarif senkt also auch den Restbetrag. Die INE-Methodik sagt dazu nur Allgemeines: Flugpreise werden zentral erhoben, Rabatte fließen nur ein, wenn alle Verbraucher sie nutzen können oder der berechtigte Bevölkerungsanteil bekannt ist. Wie das INE das anwendet, ist nicht veröffentlicht — es könnte ein großer Teil der Erklärung sein.
Was ein Pendler zahlt — und was am 1. Oktober kommt
Die Dirección General de Energía veröffentlicht Monatsmittel kanarischer Tankstellen: im August 2026 144,3 Cent je Liter Super 95 und 153,8 Cent Diesel, ein Jahr zuvor 113,8 und 112,4. Unsere Rechnung: 40 Kilometer am Tag an 20 Arbeitstagen sind 800 Kilometer, bei 6 Litern je 100 Kilometer also 48 Liter im Monat. Mit Diesel rund 73,80 Euro gegen 53,95 Euro im Vorjahr — knapp 20 Euro mehr, etwa 240 Euro im Jahr. Dieselbe Strecke mit der Guagua kostet 2026 nichts und taucht deshalb nicht als Preisrückgang im Index auf.
Die Bedingung für den IGIC-Nullsatz — der kanarische Kraftstoffindex muss mehr als 15 Prozent über dem Vorjahresmonat liegen — ist weiter erfüllt: +28,7 Prozent im August, gegen 21,3 in Spanien. Am Enddatum im Gesetz ändert das nichts. Ein Prozentpunkt auf 154 Cent Diesel wären nach unserer Rechnung gut anderthalb Cent je Liter, bei 48 Litern etwa 75 Cent im Monat.