Was am 30. September ausläuft — und was am 1. Oktober zurückkommt
Der Nullsatz ist keine Dauerregel, sondern eine datierte Ausnahme: Artikel 1 des Decreto ley 4/2026 setzt ihn „hasta el día 30 de septiembre de 2026“. Was danach kommt, steht schon im Gesetz. Artikel 2.Dos des Decreto ley 3/2026 fasste Artikel 33 bis zum 1. Juli 2026 neu — ein Satz von 1 Prozent auf Erdöl, Raffinerieprodukte und Gas. Für Tank und Gasflasche heißt das: von null auf einen Prozentpunkt.
Eine Verlängerung ist nicht angekündigt: In den BOC-Ausgaben Nr. 175 bis 186, vom 1. bis 16. September 2026, steht kein entsprechendes Decreto ley, und die jüngste Steuermitteilung der Agencia Tributaria Canaria vom 9. September betrifft ein anderes Thema. Bisher kam alles spät: das Decreto ley 4/2026 am 30. Juni, die Monatsmitteilungen am 14. und 31. August. Zu beobachten sind in den letzten Septembertagen das BOC und die Seite „Avisos y novedades“.
Brennholz, Briketts und Pellets: die Lücke, die niemand geschlossen hat
Der neue Artikel 33 bis nennt Erdöl, Raffinerieprodukte und Gas. Brennholz, Briketts und Pellets aus Biomasse stehen dort nicht. Wir haben den konsolidierten Gesetzestext gelesen — Decreto Legislativo 1/2025, de 13 de octubre, Fassung vom 7. April 2026: Die Begriffe „madera para leña“, „briquetas“ und „pellets procedentes de la biomasa“ kommen in keinem Tarifartikel vor.
Damit bleiben zwei Möglichkeiten, beide im Text nachlesbar. Artikel 34.Uno.a) belegt Produkte aus Holz, Kork, Korb- und Flechtwaren der NACE-Abteilung 16 mit dem superreduzierten Satz von 3 Prozent; greift das nicht, gilt nach Artikel 32.1 der allgemeine Satz von 7 Prozent. Welcher zutrifft, hängt an der Einordnung der Ware, und die trifft das Gesetz nicht. Wir konnten es nicht klären — eine offene Frage auf jeder Pelletsrechnung. Unberührt bleibt dagegen die dauerhafte Nullsatzliste für Lebensmittel, in die Artikel 3 des Decreto ley 3/2026 Salz, Butter und gerösteten Kaffee eingefügt hat.
28,7 Prozent in einem Jahr — bei einem Steuersatz von null
Das INE veröffentlichte den Verbraucherpreisindex für August am 15. September. In der Sondergruppe „Carburantes y combustibles“ lagen die Kanaren bei +28,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach +19,9 im Juli; allein im August kamen 5,8 Prozent dazu. Spanien: +21,3. Höher liegt nur Ceuta mit 29,3 Prozent — eine Autonome Stadt, keine Gemeinschaft.
Die Zahl misst genau das, was jetzt ausläuft: Nach dem INE-Dokument zur Zusammensetzung der Sondergruppen, Basis 2025, umfasst sie die Klassen 0452 (Gas) und 0453 (flüssige Brennstoffe) sowie die Unterklassen 07221 (Diesel) und 07222 (Benzin) — Gasflasche und Heizbrennstoff ebenso wie den Tank. Bei „Transporte personal“ meldet das INE für die Kanaren +13,0 Prozent gegenüber +11,9 landesweit.
Die Falle: niedrigste Inflation heißt nicht billig
Im selben Bericht steht der Satz, den viele zuerst zitieren: „Cantabria presenta el mayor aumento (5,1%) y Canarias el menor (3,8%)“. National waren es 4,3 Prozent, der höchste Wert seit Februar 2023. Zwei Einschränkungen: Der Satz gilt den Autonomen Gemeinschaften — in der INE-Grafik liegt Ceuta mit 2,9 Prozent darunter —, und der Index misst Preisänderungen, keine Preisniveaus.
Aus „+28,7 Prozent“ folgt deshalb nicht, dass auf den Kanaren der teuerste Kraftstoff Spaniens verkauft würde. Historisch gilt das Gegenteil: Wegen des eigenen Steuerregimes gehören die Inseln zu den günstigsten Gebieten des Landes; der Index vergleicht die Kanaren mit den Kanaren von vor einem Jahr. Umgekehrt heißt „niedrigste Inflation“ nicht „am billigsten“: Bei der Wohnungsmiete meldet das INE +1,9 Prozent gegenüber +2,5 landesweit.
36,3 Millionen Passagiere — und ein Minus, das Aena nicht ausweist
Der Hintergrund kommt von Aena. Im Monatsbericht für August 2026 stehen für Januar bis August, vorläufig: Gran Canaria 10.601.420 (+1,4 Prozent), Teneriffa Süd 8.949.415 (−3,3), Lanzarote 5.943.360 (−0,6), Teneriffa Nord 4.921.743 (+3,0), Fuerteventura 4.522.987 (−2,1), La Palma 1.073.454 (+5,2), El Hierro 214.969 (+3,0), La Gomera 86.862 (+0,5). Spanienweit: 225.543.599 Passagiere, +4,1 Prozent; Palma +2,2, Ibiza +3,0, Menorca +2,5, Málaga +6,6, Alicante +9,9.
Zwei Dinge gehören dazu gesagt. Aena veröffentlicht keine kanarische Gesamtzahl und keinen Regionalwert; die Summe der acht Inselflughäfen, 36.314.210, und die daraus abgeleiteten rund −0,2 Prozent sind unsere eigene Rechnung. Und es sind Passagiere, nicht Touristen: Aena zählt laut Glossar alle ein- und aussteigenden Fluggäste, also auch Residenten, Inselverkehr und Umsteiger. Eine Ursache nennt keine geprüfte Quelle — wir spekulieren nicht.